Über eine kurvenreiche Strasse entferne ich mich von Sevilla in Richtung Nationalpark Sierra Norte de Sevilla, wo ich die wildwachsenden Cistus ladaniferus-Sträucher besuchen will. Es empfängt mich die andalusische Prärie mit ihren Grasweiden, Büschen, dann und wann verziert mit einem Eukalyptusbaum. Es heisst, die Cistrosensträucher würden felsige, unfruchtbare Erde bevorzugen und wilde, karge Landschaften besiedeln. Nirgendwo auf der Welt gefiele es ihnen besser als hier in Andalusien, wo sie seit Jahrhunderten das Landschaftsbild prägen.

 

Welch ein Duft liegt in der Luft...

Ich bin gespannt, wie die auch als Felsenrose bekannte Pflanze wohl aussehen, wie sie in der Natur duften mag. Eine rosenähnliche Blüte stelle ich mir vor, ist Nomen nicht Omen? Die Kurvenstrassen in der Mittagshitze machen mich so müde, dass ich anhalten muss, um frische Luft zu schnappen. Mit dem Öffnen der Autotür strömt die von der intensiven Sonneneinstrahlung warme Luft in das Wageninnere. Satt und schwer erscheint mir diese Luft, gesättigt mit würzig-süssen Noten, die mir zunächst fremd erscheinen, die meine Nase nicht einordnen kann. Der fast narkotisierende Duft betäubt regelrecht meine Sinne, sodass ich wie geblendet aussteige und mich auf die Suche nach seiner Quelle mache. Nach Blüten halte ich Ausschau, denen ich einen solchen Duft zutrauen würde. Doch weit und breit wachsen nur unscheinbare Büsche und Sträucher. Der Duft bleibt in meiner Nase ebenso wie die Frage, woher dieser stammen könnte, während ich meine Fahrt in Richtung Nationalpark fortsetze. In Sierra Norte de Sevilla empfängt mich  José, der mich zu meinem Cistrosenbesuch erwartet.
 

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Ohne viele Worte zu verlieren, machen wir uns auf den Weg, um das Anbaugebiet unserer Cistrose aufzusuchen. Durchkreuzt wird es vom aus Sevilla kommenden südlichen Wegstück des Jakobsweges, dem bedeutsamen Pilgerweg, der quer durch Europa nach Santiago de Compostela führt. Immer wieder kommen uns Pilger entgegen, die mit Wanderstock und Jutesack ausgerüstet gen Norden unterwegs sind. Und plötzlich ist er wieder da. Derselbe Duft, der mich während meiner Autopause neckte, umhüllt, betäubt, umfängt mich erneut. Wortlos gibt José mir zu verstehen, dass es der Duft der Cistrose ist, der unsere Nasen betört. Doch wo versteckt sich die rosenähnlich blühende Pflanze, die diesen lieblichen, zugleich würzigen und harzigen Duft verströmt?

 

Die harzträchtige Spanierin

Verwundert stelle ich fest, dass der bezaubernde warme Duft von einem wenig beindruckenden Busch herrührt. Einer von der unscheinbaren Sorte, der mich bereits den halben Tag begleitet hat. Ich bin also bereits eine Weile unwissentlich von Cistrosen umgeben. Erst unter genaueren Augenschein verstehe ich: Die kleinen, dicken Blätter des Cistus ladaniferus-Strauches glänzen regelrecht in der Sonne. Der Glanz wird verursacht vom Harz, das die Pflanze als Schutz vor dem Austrocken in der andalusischen Sonne absondert. Das Harz klebt bereits an meinen Hosen und mittlerweile auch an meinen Händen. 

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Tatsächlich wurde das Cistrosenharz früher auf eine ähnliche Weise gewonnen: Die in der Region typischen Schafe halten sich den ganzen Tag in den Cistrosen-Sträuchern auf. Dabei streifen sie die Zweige, wobei das Harz an ihrer Wolle hängenbleibt. Nach der Schur wurde die Schafswolle ausgewaschen, und so das Cistrosenharz erhalten. Heute wird das Cistrosenöl mittels Wasserdampfdestillation gewonnen. Die Cistrose hat sich ihren Namen in den Frühjahrsmonaten verdient, wenn sie ihre zerknitterten, weissen Blüten zwischen den dicken grünen Blättern hervorstreckt. Da jedoch nur die Blätter und Äste für die Destillation verwendet werden, spielen die hübschen Blüten eine untergeordnete Rolle.

 

Ernte und Wasserdampfdestillation

Im sengenden andalusischen Sommer sind Ernte und Destillation des ätherischen Öls ein harter Männer-Job. Mit einem mondförmigen Messer schneiden sie die jungen, harztriefenden oberen Zweige der wildwachsenden Cistus Ladaniferus-Sträucher. Diese Erntemethode garantiert, dass der Strauch nicht in seinem Wachstum gestört wird und auch im nächsten Jahr wieder geerntet werden kann. Die harzigen Zweige werden anschliessend zur Destillerie gebracht. Während die Cistrose in grossen Inox-Tanks destilliert wird, entweicht ein zarter, warmer Duft, der die ganze Umgebung mit einer würzigen Note erfüllt. 

ätherisches Öl Cistrose

ätherisches Öl Cistrose

Das ätherische Öl der Cistrose riecht warm, würzig und erinnert an Ambra. Es stimmt optimistisch und fördert positive Gedanken und hilft Menschen, die unter Gefühlskälte leiden. Dank seiner warmen und harmonisierenden Eigenschaften wird es u.a. zur Regulierung des vegetativen Nervensystems eingesetzt. Es gilt zudem als Erste-Hilfe-Öl bei blutenden Verletzungen und wird für seine stark antiviralen Eigenschaften geschätzt. Auch problematische Hautzustände wie Neurodermitis gehören in das Themenspekrum der Cistrose.
In der Naturparfumerie wird Cistrose vor allem wegen seiner fixierenden Wirkung als Basisnote eingesetzt.

feuchtigkeitsspendende Wirkung auf die Haut

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Wer in der Hitze und Trockenheit Anadulsiens bestehen will, braucht eine besondere Strategie. Die Cistrose hat spezielle Inhaltsstoffe entwickelt - sie sondert ein Harz ab, das sie wie ein Schutzschild vor dem Austrocknen bewahrt. Das ätherische Öl der Cistrose hat einen ähnlichen Effekt auf die Haut und gibt ihr wertvolle Feuchtigkeit zurück.

Die schonende Wildsammlung der Cistrose garantiert echte Nachhaltigkeit: Die Cistrose wählt ihren Standort selbst aus, was die Qualität ihrer Inhaltsstoffe widerspiegelt; weder Pflanzenschutznoch Düngemittel sind nötig. Die Sträucher dürfen weiterhin unauffällig wie seit Jahrhunderten den kargen andalusischen Boden besiedeln. Die Produktion des ätherischen Cistrosenöls ist eine wichtige Erwerbsquelle in dieser strukturschwachen Gegend und Lebensgrundlage für viele Familien. 


Siesta und Gazpacho

Mittlerweile steht die Sonne fast senkrecht am Himmel. Schweissperlen stehen mir auf der Stirn, eine lähmende Müdigkeit breitet sich aus. José scheint es ebenso zu gehen, und kurzerhand entscheiden wir uns für eine Siesta. Im Nachbardorf erwartet uns eine gazpacho andaluz, die traditionelle kalte Gemüsesuppe, in einem kühlen Hinterzimmer der Bodega. Nach dieser erfrischenden Pause verabschiede ich mich von José und den Cistrosen und mache mich auf den Weg zurück nach Sevilla, nichts ahnend, dass wir uns am Abend wiedersehen sollten. Denn einige Stunden später erwartet mich Josés Überraschung: ein üppig mit Tapas gedeckter Tisch in einer typischen sevillanischen Bar, und José mit einer kühlen Cerveza in der Hand. Während wir den Flamencotänzern zuschauen, lässt es sich hervorragend über das andalusische Leben philosophieren... 

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