Duftreisebericht Iran

Rosa Damascena
Rosen statt Mohn

 

Duftpflanze: Damaszenerrosen
Anbaugebiet: Iran - Lalehzar-Gebirge
Anbaupartner seit: 2016
Besonderheiten: Höhenlage auf 3000 m; Projekt „Rosen statt Mohn“; neben Rosenöl werden Hydrolat sowie getrocknete Rosenknospen für den heimischen und arabischen Markt produziert; Upcycling der Destillationsabfälle zu Rosen-Brennbriketts.

Tag 1: Das Abenteuer kann beginnen! Erstmals machen sich drei farfalla-Generationen auf die Reise und folgen dem Duft der Rose...

Claude Richard, einer der Gründer von farfalla, ist ein alter Fuchs in Sachen Duftreisen. Seine Enkelin Anae ist mit ihren zwei Jahren die Jüngste im Bunde und erlebt mit Papa Malvin und Mama Muriel ihre erste Duftreise. Malvin Richard ist Teil der jungen farfalla-Generation, er liebte es von Kindesbeinen an, Kulturen und Pflanzen fremder Länder zu entdecken. Muriel arbeitet zwar nicht bei farfalla, teilt aber die Leidenschaft fürs Reisen und für Düfte. Unterstützt wird die farfalla -Familie von Lukas Lüscher, Schulfreund von Malvin und Teil des Marketing-Teams.

Tag 2 und 3: Nach der Ankunft überrascht uns Teheran mit Farbenfreude und Herzlichkeit. Uns bewegt, wie offen und neugierig die Menschen hier sind. Auch wenn die Grossstadt hektisch ist, finden wir in den paradiesischen persischen Gärten echte Oasen.

Tag 3 und 4 unserer ethnobotanischen Duftreise: Den Trubel der Grossstadt lassen wir hinter uns und reisen weiter in die Berge von Kerman. Hier liegt eines der wichtigsten Rosen-Anbaugebiete des Iran. Vor vielen Jahren begannen dort die Familie Homayoun und Shahin Sanati auf einer Höhe zwischen 2.000 und 3.000 m, Damaszenerrosen anzupflanzen. Wir treffen Shahin Sanati, die Schwester des Gründers des Rosenprojekts. Sie lebt in Hamburg, pendelt mehrmals pro Jahr zwischen Deutschland und dem Iran und ist für die Exportaktivitäten des Projekts zuständig.

Jean-Claude Richard:

"Wow, was für ein Anblick! Ich bin ja schon viel auf der Welt herumgekommen und habe viele Pflanzenprojekte besucht, aber dieses Tal ist einmalig. Ich stehe inmitten von kleinen Rosenfeldern im Lalehzar-Tal auf 3.000 m, und hinter mir erheben sich die schneebedeckten Viereinhalbtausender. Hier vereint sich der Schneewind mit dem Rosenduft. Ein echtes Vorzeigeprojekt, sowohl aus ökologischer als auch aus menschlich-sozialer Sicht. Zu verdanken einem Visionär, der vor vierzig Jahren den Mut hatte, in diesem Tal Rosen anzubauen. Heute ist es die grösste Rosendestillerie im Iran. Ich bin beeindruckt. Die Firma gehört mehrheitlich einer Stiftung, die auch zwei Waisenhäuser in der Stadt Kerman betreibt und jungen Erwachsenen die Möglichkeit bietet, in der Destille mitzuarbeiten."

Tag 5 unserer ethnobotanischen Duftreise: Mit den Pflückern treffen wir im Morgentau bei den Rosen ein, die Kälte der Nacht liegt noch auf den Feldern. Wir spüren hier oben die Abgeschiedenheit von Industrie, Verkehr und Umweltgiften. Die Rosen, die hier auf 3.000 m wachsen, sind wirklich bio. Neben dem Bio-Aspekt überzeugen uns auch die weiteren Ansätze der Kooperative: die Devise "Rosen statt Mohn", die den Bauern ein legales und sicheres Einkommen garantiert, oder das Upcycling der Destillationsabfälle zu Rosen-Brennbriketts. Jetzt müssen die von Hand gepflückten Blüten so rasch wie möglich in die Destillerie – mit Eseln, Mopeds und Autos transportieren die Pflücker ihre 20-kg-Säcke zur Messstation.

Tag 6 und 7: Wir nehmen Abschied von den Rosenfeldern in Kerman, langsam neigt sich unsere Reise dem Ende zu. Wir feilschen in Isfahan um Teppichpreise und geniessen erfrischende Entspannung beim "Füessli bade", wie die Kleinste im Bunde sagen würde. Am Abend treffen sich die einheimischen Familien am Platz Meidān-e Emām (Naqsch-e Dschahān) und lassen den Tag ausklingen.

Malvin Richard:

"Nie vergessen werde ich die Szenerie auf dem wunderprächtigen Naqsch-e Dschahān in Isfahan, dem zweitgrössten Platz der Welt, der sich am Abend mit Familien füllt, die ihr wohlverdientes Nachtessen – es ist Ramadan – picknickend zu sich nehmen. Langsam mischt sich der zarte Duft der Rose, der von den naheliegenden Rosengärten und den Parfums der Frauen kommt, mit dem Dampf der Shishas und verbindet sich zu einem atemberaubenden Parfum."