Duftreisebericht Nepal

Narde
Verantwortungsvolle Ernte für künftige Generationen

Duftpflanzen: Narde 
Anbaugebiet: Nepal
Anbaupartner seit: 2023
Besonderes: Im Herzen des Himalayas, auf einer beeindruckenden Höhe von 3.700 bis 5.000 Metern, gedeiht eine der wertvollsten Pflanzen der nepalesischen Heilkunde: die Narde (Nardostychys grandiflora), auch bekannt als Jatamansi. Die verantwortungsvolle und nachhaltige Ernte dieses bio-zertifizierten Schatzes ist essenziell, um die Bestände dieser bedrohten Pflanze zu schützen.

Der Schutz der Narde erfordert einen ganzheitlichen Ansatz: Neben der nachhaltigen Wildsammlung arbeitet das Projekt mit lokalen NGOs zusammen, um wirtschaftliche Diversifizierungsprogramme für die Sammlergemeinschaft zu entwickeln – ein wichtiger Schritt, um langfristig die Lebensgrundlage der Menschen neben dem Schutz der Nardenbestände zu sichern.

Die Ernte der Narde findet alljährlich zwischen Mitte Oktober und Mitte November statt, wenn die Pflanze ihre Blüten und Blätter eingezogen hat und sich in den Wiesen und felsigen Ausläufern der Himalaya-Region versteckt. Erst wenn die Blätter gelb werden und zu Boden fallen, beginnt die sorgfältige manuelle Sammlung der Rhizome. Mit einfachen Spaten graben die Sammler - Frauen und Männer gleichermassen - die duftenden Wurzeln aus den alpinen Matten, Felsen und offenen Nadelwäldern.

Die traditionelle Verarbeitung der Narde

Nach der Ernte beginnt ein mehrstufiger Prozess: Die frischen Rhizome werden direkt an den Sammelstellen gereinigt und getrocknet. Danach erfolgt der Transport in die Dörfer, wo die Wurzeln nochmals in der Sonne getrocknet, gesäubert und in Säcken verpackt werden. Diese aufwändige, traditionelle Verarbeitung sorgt dafür, dass die Qualität des Rohstoffs bewahrt bleibt.

Interessanterweise ist die Destillation des kostbaren Nardenöls ausschliesslich Männern vorbehalten. Der Destillationsprozess selbst dauert 24 bis 28 Stunden und erfolgt direkt ohne weitere Trocknung. Dabei wird mit Feuerholz ein Kessel beheizt, um den notwendigen Dampf zu erzeugen, der das ätherische Öl aus den Rhizomen extrahiert.

Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung

Der Schutz der Narde erfordert einen ganzheitlichen Ansatz: Neben der nachhaltigen Wildsammlung arbeitet das Projekt mit lokalen NGOs zusammen, um wirtschaftliche Diversifizierungsprogramme für die Sammlergemeinschaft zu entwickeln – ein wichtiger Schritt, um langfristig die Lebensgrundlage der Menschen neben dem Schutz der Nardenbestände zu sichern.

Narde – ein Duft mit Geschichte und Wirkung

Schon in der Antike war das Rhizom der Narde begehrt und wurde bis in den Mittelmeerraum exportiert. Es fand Erwähnung in der Bibel, als Maria von Bethanien Jesus mit kostbarem Nardenöl salbte. Der Duft des ätherischen Öls ist erdig, holzig, würzig und süsslich – mit Anklängen an Baldrian und Patchouli. Narde gilt als Balsam für die Seele, hilft bei innerer Anspannung, Gereiztheit und Schlafproblemen und findet in der psychiatrischen Aromapflege ebenso Anwendung wie bei Meditation und Hautpflege.

Ein kostbarer Schatz, der Respekt verlangt

Angesichts der Gefährdung der Narde ist es umso wichtiger, ätherisches Nardenöl nur aus zertifizierten, nachhaltigen Quellen zu beziehen und bewusst zu verwenden.