Gefährliche Empfehlungen: Thymianöl einnehmen?

Gefährliche Empfehlungen: Thymianöl einnehmen?

3.3.2025

Warum du Thymianöl nicht einfach einnehmen solltest – und was bei Mensschmerzen wirklich hilft

Vielleicht hast du’s auch schon irgendwo gelesen oder auf Social Media gesehen: den Tipp, Thymianöl gegen Menstruationsschmerzen einfach einzunehmen. Vor solchen Anwendungstipps hier möchten wir dich unbedingt schützen, denn:

Ätherische Öle sind kraftvolle Pflanzenstoffe – und genau deshalb wenden wir sie mit äusserster Umsicht an. Was wirkt, kann auch Nebenwirkungen haben.

Thymianöl ist nicht gleich Thymianöl – warum Chemotypen wichtig sind

Der Begriff „Thymianöl“ klingt vielleicht simpel – doch dahinter verbergen sich verschiedene Chemotypen, die ganz unterschiedliche Inhaltsstoffe haben, auch wenn die Stammpflanze die gleiche ist (Thymus vulgaris).

  • Thymian ct. Thymol (Roter Thymian) enthält grosse Mengen Thymol – dieser Inhaltsstoff hat stark antibakterielle Eigenschaften, ist aber auch besonders reizend für Haut und Schleimhäute. In der Schweiz darf er nur noch mit Beratung verkauft werden – zum Beispiel in unseren farfalla-Filialen.
  • Thymian ct. Linalool ist die sanftere Variante: mild, hautverträglich und sanft wirksam – er ist für die verdünnte äussere Anwendung, z.B. bei Erkältungsthemen, wunderbar geeignet.

Warum die Einnahme von Thymianöl gefährlich sein kann

Die gefährliche Empfehlung zur oralen Einnahme von Thymianöl in einer unverdünnten und unverantwortlichen Dosierung beruht auf einem Missverständnis einer alten Studie: Dort wurde eine medizinisch überwachte Einnahme von stark verdünntem Thymianöl in Kapseln untersucht – ohne Angabe des Chemotyps.

Was daraus geworden ist: Ein viraler Tipp, der heute ernsthafte gesundheitliche Folgen haben kann, wie etwa:

  • Starke Reizungen der Schleimhäute
  • Übelkeit & Durchfall
  • Starke Leberbelastung
  • Mögliche neurotoxische Wirkung

Du siehst: Es lohnt sich, sich zu informieren, wenn es um Thymianöl zum Einnehmen geht – oder generell um die Einnahme ätherischer Öle.

Wenn du also irgendwo liest, du sollst „ätherische Öle einnehmen“ – frag dich zuerst: Warum? Welcher Chemotyp? Wie verdünnt? Und: Gibt es nicht eine bessere Möglichkeit?

Was bei Mensschmerzen wirklich hilft – sanfte Alternativen aus der Natur

Zum Glück gibt es ganz viele, bewährte Möglichkeiten, wie du deinem Körper bei Regelschmerzen helfen kannst – liebevoll, natürlich und sicher. Bei diesen werden die schmerzlindernden und krampflösenden Eigenschaften ausgewählter ätherischer Öle zusätzlich gesteigert durch Berührung, Wärme und Achtsamkeit und sowie die tröstenden, entspannenden Impulse über den Geruchssinn.

  • Bauchmassage mit Monatswohl-Öl: Eine wärmende, sanfte Massage im Uhrzeigersinn entspannt den Bauch.
  • Wärmende Auflage: Mit je 1 Tropfen Lavendel, Muskatellersalbei oder römischer Kamille in 1 EL Olivenöl emulgiert, oder einfach 1 EL Monatswohl Massageöl, auf einem feucht-warmem Tuch und von einer Wärmflasche abgedeckt, auf den Unterbauch gelegt, bringt krampflösende und wohltuende Eigenschaften mit.
  • Duftimpulse: Über den Geruchssinn wirken ätherische Öle tröstend und entspannend.
  • Mens-Tee: Sanfte Kräuter wie Schafgarbe oder Frauenmantel können dich von innen mit einem verträglichen Anteil ätherischer Öle, die ganz automatisch im Teewasser landen, unterstützen.

Ätherische Öle verantwortungsvoll einsetzen: Workshop oder Seminar an der farfalla-Akademie besuchen

Du musst nicht jeden „natürlichen Tipp“ übernehmen, nur weil er oft geteilt wird. Du darfst Fragen stellen – wir beraten dich gerne, z.B. in unseren Filialen und auf unseren Social-Media-Kanälen. Du solltest achtsam mit ätherischen Ölen umgehen, unsere Dosierungstabelle ist dabei hilfreich. Wir zeigen dir gerne, was dir wirklich guttut. Vielleicht sehen wir uns einmal in einem unserer Filial-Workshops oder Seminaren zur Aromatherapie in der farfalla-Akademie.

Inspirationen für dein Wellbeing